S E T

(UdK 2016)

 

S E T ist der hellhörige Aufbruch in visuell erstellte, also künstliche Umgebungen mit dem Ziel sie – wie auch immer – auditiv zu belegen.

 

Das Projekt erforscht das künstlerische Potential der auditiven Gestaltung immersiver, interaktiver audiovisueller Umgebungen durch die Nutzung innovativer Medientechnologien. Hintergrund ist die rasante Entwicklung der Medientechnik (Oculus Rift, Samsung Gear VR, Microsoft Kinect, GoPro’s, etc), die nie da gewesene, aber auch schier unüberschaubar scheinende Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Das Projekt S E T, macht es sich zur Aufgabe, diese Technologien strukturiert und zielorientiert hinsichtlich Ihres ästhetischen, narrativen und dramaturgischen Hör-Horizonts zu untersuchen. Ein Aufbruch in ein weitgehend unbebautes Land, im Gepäck die Frage nach dem „Was“ des künstlerisch Neuen mitführend: Welche weiterführenden Perspektiven eröffnen sich uns durch diese neuen Technologien, die die bisherigen nicht frei gaben?

Vor Ort – die Renaissance des Klangortes in den gegenwärtigen Audiokünsten

(HfG 2014/15)

 

Spätestens seit Friedrich Kittlers fulminanter Medienanalyse „Grammophon, Film, Typewriter“ wissen wir, dass mit dem technischen Fortschritt auch das akustische Ereignis von seinem Entstehungszusammenhang (ORT) befreit und somit funktional erweitert wurde: Erfindungen wie Telegraph, Telefon und Rundfunk verschafften ihm einen Geltungsraum, der weit über seine ursprünglichen Möglichkeiten hinausging.
Speicherverfahren wie der Phonograph und das Magnetophon enthoben dazu das Geräusch, den Klang, die gesprochene Sprache ihrer Entstehungs-ZEIT.

 

Was für die damaligen Zeitgenossen und – genossinnen erst einmal verwirrend war, zeitigte im 20. Jahrhundert neben ganz neuen Audiokünsten und Musikgenres vor allem die Selbstverständlichkeit der Trennung von Schallquelle und Hörereignis: das Live-Konzert genießt im Zeitalter der technischen Reproduktionsselbstverständlichkeit Sonderstatus und der herbeitelefonierte, physisch unterrepräsentierte Gesprächspartner unserer S-Bahnnachbarin wird selbst von den Kontrolleuren nicht mehr als unerwünschter Fahrgast ausgegrenzt.

 

Was also bleibt der Kunst, als die Rückbesinnung auf die voranarchische Zeit, als das konkrete Geräusch noch dem spezifischen Ort gehörte? Jeder Klang hat seinen Ort und (fast) jeder Ort auch seinen Klang. Aber was bedeutet die Verbundenheit von Ort und Klang? Welche Qualitäten finden sich in künstlerischen Arbeiten, die ihr Klangmaterial bewusst verorten? Wie stellt die Kunst die Verbindung wieder her? Welche neuen Fragen werden aus der ortsspezifischen Orientierung generiert?
Anders gesagt ist der (unkonventionelle) Audioweg und Hör-Guide die wenn auch transzendierte Rückführung des akustischen Impulses an seinen ORT, ausgestattet mit der Möglichkeit einer vertikalen Entdeckung der ZEIT. Eine andere Spielart der auditiven Archäologie vielleicht?

Zur Genealogie des konkreten Geräusches

(Udk 2013/14)

 

Die Einbindung des Geräusches in musikalische Gefüge oder elektroakustische Werke und die Radiokunst blickt 2013 auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Bereits die ersten Pamphlete der Futuristen fordern – gelinde gesagt – ein sich Öffnen der Musik zum Alltagsklang hin. Bedeutung und Gebrauch des Geräusches entwickeln sich im Folgenden vom eher kriegerischen Ansatz der Futuristen, die herkömmliche, weltabgewandte Musikpraxis mit Geräuschen der industriellen Fertigung zu zerschlagen, zu einem wieder feinsinnigen Gebrauch als konstruktives Kompositionsmaterial. Nicht zuletzt durch die rasante Entwicklung der Kommunikationsmedien – und damit der audiovisuellen Verfahren – fächert sich sein Einsatz weiter auf: Komponieren heute – so scheint es – hat das bloße Signal zwischen konkreter Festschreibung und absolut verstandener Klangqualität zu reflektieren und arbeitet selbst damit.

Zur Architektur des Geräusches

(HfG 2013/14)

 

Das Geräusch blickt in enger Verknüpfung mit der Kommunikations- und Rundfunktechnik künstlerisch auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Als Arbeitsmaterial nahm es seinen Weg vom eher kultur-revolutionär gedachten Ansatz der Futuristen hin zu einem Dasein als Kompositionsmaterial, das längst für sich alleine stehen kann und eigene Kunstgattungen wie die Ars Acustica und Klangkunst hervorgebracht hat.

 

Wie lässt sich dieses Material fassen? Woraus setzt es sich zusammen? Die Annäherung an „das Geräusch“ wiederspiegelt einen erstaunlich reichhaltigen Umgang mit ihm als Arbeitsmaterial zwischen Konkretion und Abstraktion sowie ontologischer oder phänomenologischer Materialästhetik.

Einführung in die Radiokunst – Diskussion von Material, Form, Gattung und Anspruch

(UdK 2013)

 

In der über ein Jahrhundert währenden Geschichte des Radios hat der Apparat neben den zweckgebundenen Bildungs-, Unterhaltungs- und Informationsformaten auch mit zahlreichen literarischen wie klang-kompositorischen Formen experimentiert, ja eigentlich verdanken viele Hörkünste dem Medium als Ausgangspunkt und Zielmedium zugleich überhaupt ihre Existenz.
Musique Concrète, Ars Acustica, Lautpoesie und Text-Sound- sowie Soundscape Composition sind nur die bekanntesten Formen, die ihren Weg durch das Radio und – im doppelten Wortsinn – aus dem Apparat heraus auf Tonträger, in die Konzertsäle, Galerien, den öffentlichen Raum und virtuellen Foren bis hinein in aktuelle Arbeiten der bildenden Kunst gefunden haben.

Einführung in die künstlerischen Gattunges des Rundfunks

(UdK 2008 ff)

Abkürzungen
UdK = Universität der Künste, Berlin – Sound Studies
HfG = Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe – HfG

Spurensuche 2017

4 Künstler ein Gewerk: Expedition in das Jahr 2067 – 34 Kinder der vierten Klasse in Poggenhagen erforschen die nächste Zukunft ihrer Heimat. Am Ende der Woche präsentieren sie einen Film, der direkt in die Performance „Leben 20 67“ mündet: Häuser die von selber wachsen, Reisen als Ideentrip und Brainball statt Fußball – das bessere Argument lenkt den Ball ins gegnerische Tor und nicht mehr der primitive Tritt.

 

Mehr zum Projekt im Ganzen:
Archiv

 

Diemal dabei:
– Die 4. Klasse Jg. 2017/2018 der Grundschule Poggenhagen
– Der Verein KulturGut Poggenhagen e. V.
– Künstler: Simone Schander, Rainer Untch, Ralf Freudenberger, Andreas Hagelüken

Spurensuche 2016

3 Künstler (Film, Audio, und Rap) gehen mit Viertklässlern und 2 Künstler mit 21 Kita-Kindern eine Woche lang auf ästhetische Expedition in und um das Kulturgut Poggenhagen
Nach einem Besuch der unscheinbar im Wald von Poggenhagen liegenden, auf ca. 2500 v. Chr. datierten Hügelgräber und einem aufschlussreichen Interview mit dem ehemaligen Dorfschuldirektor Herrn Löffler, der zufällig auch in der Nachbarschaft des Waldes wohnt, beschloss das Audioteam seine Reise als Zeitreise in ein Steinzeitdorf auszuführen.

 

Mehr zum Projekt im Ganzen:
Archiv

 

Beteiligt waren:
– Die 4. Klasse Jg. 2016/2017 der Grundschule Poggenhagen
– Die Vorschulkinder der Kita Lummerland
– Der Verein KulturGut Poggenhagen e. V.
– Künstler: Ralf Freudenberger, Andreas Hagelüken, Simone Schander, Rafael Szulc-Vollmann (SPAX), Rainer Untch

Liebenburg und seine Geschichte

(2016)
Liebenburger Kindergartenkinder und Schulkinder erforschen gemeinsam mit ihren Pädagogen und sechs Künstlern die Geschichte ihres Ortes, machen sich ein Bild oder spinnen sich aus dem Aufgefundenen neue, eigene Geschichten.
Vom 30.05. bis zum 3.06.2016 begaben sich die Kinder im Ort und seiner Umgebung auf Spurensuche und erarbeiteten eigene Kunstwerke (Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Filme, Hörstücke, Objekte, Installationen, Performances), die zum Abschluss der Projektwoche in einer gemeinsamen Ausstellung von und mit den Kindern präsentiert wurden.

 

2016_05_Liebenburg

 

Unter anderem entstand die an Friedensliebe kaum zu toppende Fassung der Saga von der armen, weil verwunschenen Frau als …
Rache der weißen Frau

 

Kids on Mars

(2015)
Konstellations Oper mit Musikschulkindern der LKMS im Haus am Kleistpark, Berlin-Schöneberg

Spurensuche

(2015)
5 Künstler (Landart, Film. Comic, Musik und Radio) begeben sich mit Viertklässlern eine Woche lang auf ästhetische Feldforschung.

 

Kulturgut Poggenhagen
Unter anderem entstand eine sehr freie Version der Moorhennies-Saga als…
Gorillaspektakel

 

Mehr zum Projekt im Ganzen:
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Erster Versuch über einen onomatopoetischen B 31-Ähnlichkeitswettbewerb – eine interaktive Chorprobe.

Midisage der aktuellen Ausstellung im Skulpturenpark auf der Fauler-Liegewiese

 

Freiburg 2017

 

mit: Fauler-Liegewiesen-Chor
Leitung: Dr. Arno Amian

 

Der PROBEDURCHLAUF nach ausführlicher Analyse der vorgefundenen Sonosphäre, sowie der spontanen Gründung des ersten onomatopoetischen Liegewiesenchors zu Freiburg:

 

Die URAUFFÜHRUNG

 

Dank an Kunst auf der Liegewiese e.V.

Radiovisionen – 250 Jahre Radio

(2007)
Prolog (im Frühjahr) und Festival (im Herbst) richteten den Blick zurück nach vorn auf eine Auseinandersetzung mit den zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten des Mediums Radio. Während ausgewählte Produktionen Geschichte und Gegenwart des Mediums präsentiert und diskutiert wurden, wurde mit den Radiovisionen ein Format angeboten, dass vor historischem Hintergrund dessen Zukunft zum Programm machte. Ganz im Sinne des Untertitels „250 Jahre Radio“ ging es hier um Entwicklung und Reflektion von Utopien und Visionen jenseits strategischer Überlegungen und unabhängig vom tatsächlichen Sendebetrieb.

 

Das Festival wurde mit vier per Ausschreibung ermittelten, konkreten Radioprojekten bestritten
Die in der Ausschreibung ermittelten Stücke/Performances waren:
  • „Paranormal Radio“ des Klangkünstlers Mario Verandi
  • „Joy Channel“ des franko-kanadischen Klangkunstduos Anna Friz und Emmanuel Madam
  • c-base mit einer Arbeit zur Gedankenkontrolle als Lizensierungsansatz (für bspw die GEMA)
  • „Mental Radio“ von BBM (= Beobachter der Bediener von Maschinen)

tesla

radio tesla

(2005-2007)

 

Der wöchentliche Radiosalon für Hörspiel, Feature, Radiokunst/Ars Acustica und Grenzen im medien-kunst-labor TESLA in der Klosterstraße Berlin-Mitte. Mit Live-Gästen und konkret programmierten Monatsschwerpunkten.

 

Team radio tesla
Martina Groß, Séamus O’Donnell, Andreas Hagelüken, Moritz von Rappard, Johannes Wilms

 

Übersicht über die Salon-Themen

 

radio tesla jingle

hoerspielbox.de

(seit 2000)
freies Soundarchiv in vier Kategorien mit Suchmaschine und Schlagwortkatalog und Beschreibungen
Soundarchiv

 

Fan-Club-Jahresmeeting

BUTTERFAHRT!

(1994)

 

Institut für angewandte Lebensfreude e.V.