Adressen, Buchtitel und Verweise aus SOUND RULES sowie Leserbriefe zu den einzelnen Magazinen
"Sound Rules" war in den Jahren 2000-2003 das (damals) etwas andere Sound-Magazin im Rahmen der "Internationalen Radiokunst" auf SFB RADIOkultur: mit Interviews, Reportagen und Hörbeispielen aus der Welt der Klangkunstszene über und unter der Erde Berlins.
In drei Jahren entstanden 25 Ausgaben des Magazins, die mit ihren zahlreichen Interviews heute noch berühmterer Klang-Künstler/innen (als sie damals schon waren) nebst Höreindrücken ihrer Installationen im Berliner Stadtraum und andernorts Zeitzeugnis ablegen. Als Audio-CD sind sie im Bremer Studienzentrum für Künstlerpublikationen ASPC im Neuen Museum Weserberg, Bremen zugänglich und können vor Ort gehört werden.
Zu den meisten Ausgaben finden sich im Folgenden Inhaltsangaben und Verweise damals existenter Internetpräsenzen der behandelten Initiativen, Themen etc.
Die fünfundzwanzigste Sendung im dritten Jahrgang, gesendet am 28.6.2003, war die letzte Ausstrahlung des Magazins beim SFB und hatte die folgenden Themen...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 31.5.2002...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 26.4.2002...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 22.3.2002...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 22.2.2002...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 25.1.2002...
Daten, Seiten und Koordinaten ausSound Rules vom 30.11.2001...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 26.10.2001...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 28.9.2001...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 29.6.2001...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 25.5.2001...
Daten, Seiten und Koordinaten aus Sound Rules vom 27.4.2001...
Die in Sound Rules vom 23.2.2001 genannten Adressen...
Die in Sound Rules vom 30.5.2000 genannten Adressen...
Aus der Sendung vom 29.3.2000...
Links aus der Sendung vom 25.1.2000...
Leserbrief von Arno Amian v. 21.01.00
IDEE ?
Funksachen, speziell Hörspiel und Feature aber auch die
sogenannte Klangkunst, suchen die Neigung des Lauschenden. Sprichwörtlich
ist der geneigte Hörer der liebste von allen. Eine von den Massen rezipierte
Sendung stellt eine riesige Herde von knickhalsigen Menschen vor, die
sich auf die Neigung ihrer Hörorgane konzentrieren. Sie lauschen nach
innen hin, was ihnen in dieser bestimmten Neigung geschieht. Geschieht
es ihnen, so geben sie sich am Ende einer jeden Sendung einem relativ
abstrakten "Aha!" hin. Dann können sie im Zustand des unbestimmten Gefühls
der Belehrung, Beruhigung, angenehmen Unterhaltung, Belustigung oder
was auch immer zur Tagesordnung zurückkehren und ihren Kopf wieder in
die Normalposition bringen.
Formatgerechte Dauer des Stückes, das Gemüt wärmende Wohlklänge, dramaturgisch
aufbereitete Denkpfade, musiktheoretisch reflektierte Stimmföhrung und
Formvorstellung oder Literaturadaption etc. sind bewährte und schöne
Mittel, den Neigungswinkel bei der Hörerschaft einzustellen. Immer gibt
es eine Art roten Faden im Mittelpunkt der Erzählung und sei es nur
eine im Vorfeld geäßerte Absicht. Er, der rote Faden, ist es, der den
Hörer neigt, und der Machern wie Lauschern als Navigationshilfe dient.
Nun ist es denkbar, den roten Faden den Tisch herunter fallen zu lassen,
eine Weile zuzusehen, wie Katze und Haushund um ihn streiten und ihn
irgendwann wieder empor zu heben, um ihn erneut als Ordnungskriterium
zu bemühen. Sicherlich hat er seine Gestalt ein wenig verändert und
ist vielleicht sogar noch etwas versabbert. Im Wesen ist es aber noch
immer unser roter Faden: er ist rot und fadig. Beläßt man den Faden
im Zustand der zufälligen Verwirrtheit und richtet die Elemente des
Hörst�ckes an dieser, seiner neuen Gestalt aus, so wird sich der geneigte
Hörer noch ein wenig mehr neigen müssen, um dem Geschehen zu folgen.
Am Ende des Stückes steht dann vielleicht für ihn der Anfang oder die
Mitte, oder die alles entscheidende Frage WHY? Nicht der Zustand des
unbestimmten Gefühls sondern der rotierende Rezipient, der sich in sich
selbst drehende Denker, auch die Denkerin, die sind es, die sich vom
randfunk anstoßen lassen (?) und sich mit sportlichem Ehrgeiz in ihren
eignen Deutungsans�tzen immer wieder bereitwillig ins Leere führen lassen?
Oder sie setzen sich selber hin, und suchen nach Hörkonstrukten, die
mit ihrem Ende überhaupt erst beginnen - die Wüste lebt?
Leserbrief von Peter Maczoriak v. 26.01.00
MEHR DAVON
Sehr geehrte Damen und Herren vom SFB bzw. Randfunk (ich
weiss nun nicht, wer hinter dieser Homepage steckt, es taucht leider
kein Name auf), ich möchte Ihnen auf diesem Weg einige kurze Kommentare
zu Ihrer ersten Sendung von "Sound rule" geben.
Die Themenauswahl war gut und die Stimme Herrn Mixners wie immer ein
Genuss. Ich fand nur die Gliederung der Sendung etwas ermüdend, da doch
sehr unentschlossen. Die Beiträge hätten nach meinem Geschmack ruhig
auch etwas gestrafft werden können. Aber ich denke, Sie werden sich
schon selbst Ihre Gedanken machen. Was den Beitrag im Fenster "Trash
rule" anbelangt, das war doch ein Ansatz für einen intelligenten und
doch auch unterhaltsamen Umgang mit Klangkunst und Klangerleben. Leider
konnte man den Sprecher teilweise nur schwer verstehen. Dennoch: mehr
davon!
Mit freundlichen Größen,
Peter Maczoriak
Leserbrief von Kurt Masur v. 01.03.00
POPPIG
Leipzig, im März 2000
Sehr geehrte Damen und Herren, jetzt möchte ich dann doch einmal etwas
zu Ihrer sog. Klangkunstsendung sagen. Wie Sie vielleicht wissen, bin
ich 83 Jahre alt und habe in meinem langen erfüllten Leben schon viel
gesehen und gehört. Ich weiss nicht, warum heutzutage alles immer nur
"poppig" sein muss. Warum müssen nun auch Sie sich an der Hektik der
kommerziellen Sender orientieren, als hätten Sie keine Inhalte mehr,
über die sie sachlich und seriös informieren. Und was diese chaotische
Collage zum Ende Ihrer Sendung anbelangt, denke ich, dass sich da ein
tiefergehender Kommentar von selbst erübrigt. Allein die wohltuende
Gründlichkeit in Ihrer Buchbesprechung konnte mich etwas versöhnlicher
stimmen. Denken Sie doch bitte das nächste Mal auch an Ihre Hörerschaft
der älteren Semester.
Mit freundlichen Grüssen,
Ihr Kurt Masur
Leserbrief von Dietmar Borchardt v. 21.06.02
RADIOKUNST
via e-post, Juni 2002
ABER kann sich jemand in der Verneigung noch bewegen??? RICHTIG ist, dass der rote
Faden nicht zum Dogma werden darf. WARUM sollen sich die Macher aber nicht vor dem
Hörer verneigen? WAS spricht gegen eine moderne, geschmeidige, gefällige Radiokunst?
ERST die Begegnung, dann die Konfrontation ... HÖRER (ab-)holen, dann all die
überpersönlichen, immateriellen, seelischen Türen öffnen! UND dann ist Radiokunst erst das,
was sie sein will/kann/muss/.
Mit freundlichen Grüssen,
Dietmar Borchardt