formel-n

Bezweckt ist einerseits die Konfrontation des Hörers mit dem Begriff des Verstehens und dessen Interpretationsvielfalt. Das Verständnis lautsprachlich reglementierter Zeichenfolgen ist Ausgangspunkt und Bedingung menschlicher Kommunikation und Interaktion. Über den Begriff des Verstehens thematisiert sich andererseits der Begriff der Sprache, die verstanden werden soll. Das Verstehen transportiert sich in unserem Falle über den Gebrauch der deutschen Sprache. Ein weiterer Begriff kommt in den Blick: Heimat. Fragt man im Land der gedachten Dichter nach den Konnotationen dieses Terms, so kristallisiert sich immer schnell heraus, dass es diesen einheitlichen Begriff von Heimat über seine sprachliche Behauptung hinaus eigentlich nicht gibt, dass genau gesagt allein die Sprache den Boden des Heimatbegriffes bestellt: in ihr trifft der Deutsche auf Gleichgesinnte. Da auch das nicht ganz richtig ist, müssen wir weiter denken: Deutschland ist der Wille zur Einheit von in sich separatistischen Volksgruppen ("der Magdeburger ist kein Sachse, der Badenser kein Schwab, der Kölner kein Preuß und Friedrich der Große sprach sowieso nur französisch" womit wir also wieder bei der Sprache sind). Das letztlich einende Moment der deutschen Vorstellung von Heimatgedenken ist ein gekünsteltes Gebilde namens HOCHDEUTSCH. Künstlich ist es, weil es fast nirgendwo gesprochen wird. Scharf geschlossen bedeutet uns das die Idealität von Heimat. Also: thematisiert ist in diesem Hörspiel nicht das Phänomen des "Fremd-Seins", sondern eben das die Fremden ausgrenzen wollende "Deutsch-Sein". formel-n ist eine Mundart-Collage zum Thema Heimat, entstand 1994 im Rahmen einer bundesweiten Kampagne namens "Fairständnis: gegen Ausländerhass - für Fremdenfreundlichkeit". Ein Auftrag des Sozialamtes in Erftstadt bei Köln.



Produktionsdaten

Sprecher/Innen
Alexandra Federer
Marlene Wenk
Dieter Schulte
Gerrit Walter
Andreas Hagelüken
Piotr Iwicki
Bernhard Seeber
Heiko Christians
Frau Fritsche aus Köln
Michael Reich
Simone Thomas
Matthias Lange


Musik
Ralf Freudenberger, Martin Klein, Andreas Hagelüken


Ton und Technik
Wolfgang Baer, Ton-Sound-Studio, Freiburg


Konzept und Realisation
Andreas Hagelüken

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